Kreis 8 - Kleve-Geldern

Schullehrgang in Goch

Bereits seit einigen Jahren kooperiert die Gesamtschule Goch mit dem KSA Kleve-Geldern. Jedes zweite Halbjahr bildet die Schule, unter der Federführung von Lehrer Edwin Zaschka, Schüler in den Fußballregeln aus. Schüler Daniel Bodden berichtet:

"Es fing so an ... Wir trafen uns jeden Freitag in der AG-Zeit und waren 6 Mitglieder und ein Lehrer. Jeder einzelne wollte Schiedsrichter werden und jeder war bereit alles zu geben. Am Anfang kamen Herr Zaschka, unser Lehrer, und wir natürlich über Fußball ins Gespräch. Dann schaltete er den Beamer ein und zeigte uns per Reihenfolge der Regeln, wie er in den nächsten Wochen vorgehen wollte. Von dort an trafen wir uns jeden Freitag und lernten gemeinsam. Vieles wussten wir schon. Wenn noch etwas unklar war, besprachen wir es ausführlich. Zwischenzeitlich prüften wir unser Wissen in Fragebögen. Nach vier Wochen bekamen wir den Termin für die praktische Prüfung. In dieser mussten wir 2 km in 12 Minuten laufen. Trotz schlechten Wetterverhältnissen schaffte es jeder von uns in der vorgeschriebenen Zeit. Dann trafen wir uns und übten fleißig für den theoretischen teil, denn bald stand schon die schriftliche Prüfung an. Als der Tag gekommen war, war jeder etwas aufgeregt. In den vorgegebenen Zeit schaffte es jeder, seinen Fragebogen ausgefüllt abzugeben. Das Beste ist aber: Alle haben die Schiedsrichter-Prüfung erfolgreich bestanden. Und das halbe Jahr verging wie im Flug. Jetzt können wir den Schiedsrichter-Ausweis abholen und unser Hobby kann starten", so Teilnehmer und Neu-Schiri Daniel Bodden. Der KSA Kleve Geldern möchte sich an dieser Stelle noch einnmal für die hervorragende Zusammenarbeit mit der Schule, aber im Besonderen mit dem Lehrer Edwin Zaschka, bedanken.

In: Verbandsmagazin des Fußballverbandes Niederrhein e.V. Ausgabe 1/2012, 44

Schüler lernen Sporthelfer – 06.05.2011, Astrid Hoyer-Holderberg


 
Gocher Gesamtschule bildet Sporthelfer für Vereine und Jugend-Schiedsrichter aus. Ganz rechts: Lehrer Edwin Zaschka. Foto: Johannes Kruck / WAZ FotoPool

Goch.  Es müssen nicht alle Sport-Cracks sein, die das Wahlpflichtfach Sport gewählt haben. Wakeboard-Fahren, Balancieren auf der Slackline und Fußball spielen gehören zum Unterricht. Aber auch viel Theorie: Statt Schulbuch lernen die Jugendlichen ab 14 Jahre Fußballregeln und medizinisches Wissen.
Und vor allem: Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Organisation, Verantwortung übernehmen. 35 Schüler der Klassen 8, 9 und 10 machen an der Gesamtschule Mittelkreis im Unterricht ihre Ausbildung zum Sporthelfer und einige zum Fußball-Schiedsrichter.
Stütze im Verein
„Als Sporthelfer kann ich als Trainer im Verein aushelfen,“ erklärt die Gocherin Felicitas Lichters, die beim SV Bedburg-Hau Volleyball spielt, ihre Motivation. Aus sechs Gemeinden stammen die Schüler der Gesamtschule. Das hat Breitenwirkung. „Am Ende sollte der Transfer Richtung Verein stehen“, hofft Sportlehrer Edwin Zaschka.
Die jungen Sporthelfer werden ernst genommen und machen allein ihren Job – ob als Riegenführer, beim Papierkram mit Wettkampfkarten, bei der Organisation des Pausen-Sportgeräte-Verleihs. Die Lehrer können sich ganz aufs Training konzentrieren.
„Schulkreismeisterschaften werden fast zu hundert Prozent von den Gesamtschülern gepfiffen“, sagt Edwin Zaschka. Nächsten Mittwoch sind Schüler als Schwimmrichter im Goch Ness eingeteilt – per mail kam der Auftrag vom Landkreis. Und am 9. Juni sind 14- und 15-Jährige in der Wettkampfleitung bei den Leichtathletik-Kreismeisterschaften.
Das hört sich nach viel Aufwand an, für Marie und Jonathan, Jan, Lars, Denise, Hendrik und Vincent aber ist es eine gute Freizeitbeschäftigung. Auch Alisa, Kira, Jannik, Louis und Martin nehmen wie Felicitas die Sache ernst: Für die Achtklässler, die heute auf Inlinern stehen und mit Eishockeyschlägern den Puck durch den Slalom treiben, ist es „Spannung und Spaß“.
Den Sporthelfer-Basisschein machen die Jugendlichen im Schulhaus, den „Gruppenhelfer II“ beim Kreissportbund.
Seit vier Jahren läuft die Kooperation mit dem Fußballverband Niederrhein e.V. (FVN) zur Jugendschiedsrichter-Ausbildung, regelmäßig beobachtet und kontrolliert, mit schriftlicher und praktischer Abschlussprüfung vor dem Verbandschiedsrichterausschuss. Kampf gegen Nachwuchssorgen. Fürs Engagement der Jugendlichen gibt’s ein Taschengeld und freien Eintritt in jedes Stadion.
Moppernde Väter am Spielfeldrand der E-Jugend dürfen von den Gesamtschülern als Unparteiischen freundlich zurecht gewiesen werden: „Ich bin als Schiedsrichter qualifiziert. Sie auch?“ Edwin Zaschka: „Und wenn einer feststellt, dass er dem Druck nicht Stand hält, hat er doch die Erfahrung gemacht, kennt seine Grenzen. Das ist ein wertvolles Lernergebnis“.