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Die Fachschaft Sport installierte in Kooperation mit dem Fußballverband Niederrhein e.V. (FVN) ein neues Modul:
Die Jugendschiedsrichter-Ausbildung
Mit dem Schuljahr 2007/2008 startet die Fußball-Schiedsrichter-Ausbildung für Schüler(innen) ab dem 14. Lebensjahr. Als Partner des Kreisschiedsrichter-Ausschuss Kleve/Geldern werden im Rahmen einer AG Interessenten vorbereitet, damit sie vor dem Verbandschiedsrichterausschuss ihre schriftliche und praktische Prüfung erfolgreich abschließen können.
Der Grundstein dafür wurde Mitte des Schuljahres 2006/2007 gelegt. Elf Schüler bestanden die Abschlussprüfung und sind seit dem 22.01.2007 offiziell Fußball-Schiedsrichter.
Sie erfüllen inzwischen regelmäßig als Schiedsrichter in unserem Kreis ihre Aufgabe, bessern ihr Taschengeld auf, besuchen mit ihren Schiedsrichterausweis jedes Stadion kostenlos und erleben spannende nationale Fußballspiele.
Wir gratulieren den Fußball-Schiedsrichtern unserer Schule und freuen uns, sie auf dem Fußballplatz für Verband und Landessportfeste der Schulen im Einsatz sehen zu können.
Es bahnte sich ein wirkungsvoller Schritt an: Neben dem Erlernen der Fußball-Regeln des DFB, achten die Teilnehmer(innen) auf die körperliche Unversehrtheit ihrer Mitschüler(innen) und finden eigene Wege, wie Bewegung, Spiel und Sport zum Wohlbefinden beitragen kann.
Sie werden befähigt zur mündigen, reflektierten Teilnahme am Sport. Die Ausbildung orientiert sich an einem humanen Sport, der ja getragen sein sollte von Respekt gegenüber anderen unter Berücksichtigung von Fairness, Toleranz und Partnerschaftlichkeit in Regelstrukturen.
Nicht nur für unsere Schule ein interessanter Baustein für sportliches Handeln mit sozialer Verantwortung in konkreten Lebenssituationen.
Im offiziellen Organ für Schiedsrichter im Deutschen Fußball-Bund finden in der Ausgabe 02/2010 die Jugendschiedsrichter(innen) unserer Schule erstmalig überregional lobend Annerkennung:
Das kann Schule machen
Edwin Zaschka ist Schiedsrichter und Sportlehrer. An seiner Gesamtschule in Goch läuft seit einiger Zeit ein bemerkenswertes Projekt
Andreas Thiemann hat es sich näher angeschaut.
Freitags, 14 Uhr, an der Gesamtschule Mittelkreis in Goch am Niederrhein. Der Schulgong ertönt zum Nachmittagsunterricht. Vierzehn Jungen und ein Mädchen sitzen erwartungsvoll an ihren Tischen. Der Lehrer betritt das Klassenzimmer, Ruhe kehrt ein und der Unterricht beginnt.
Doch wer glaubt, dass Selina (16), Florian (14) und all die anderen nun englische Vokabeln oder mathematische Gleichungen pauken, liegt völlig falsch. Heute steht die Regel 12 auf dem Lehrplan. Sportlehrer Edwin Zaschka unterrichtet im „Ergänzungskurs Jugend-Schiedsrichter- Ausbildung“ die Regelkunde des Fußballs, sein Schulbuch ist das Regelheft, Hausaufgaben bestehen aus Regelfragen und am Ende des Halbjahres gibt es keine Zensuren, sondern einen Schiedsrichter-Ausweis. Seit 2007 wird das am Niederrhein einzigartige Projekt an der Gesamtschule Mittelkreis durchgeführt und erfreut sich zunehmender Beliebtheit unter den Schülern.
Die Idee dahinter ist so genial wie einfach. „Bei Schulwettkämpfen müssen Sportlehrer ihre Teams betreuen und coachen, für andere Tätigkeiten bleibt ihnen kaum Zeit“, erläutert Pädagoge Zaschka. Aus diesem Grund werden durch den Landessportbund seit vielen Jahren so genannte Sporthelfer aus den Reihen der Schüler ausgebildet. Die Ausbildung von Wettkampfrichtern und neuerdings auch Unparteiischen im Fußball ist in Goch dabei eine sinnvolle Maßnahme. Die so ausgebildeten Schiedsrichter werden aber nicht nur bei Vergleichsspielen von Schulmannschaften eingesetzt. Ein zentrales Anliegen des Ergänzungskurses besteht darin, die jungen Unparteiischen für das Amt des Schiedsrichters über die Tätigkeit bei Schulwettbewerben hinaus zu begeistern.
Eine Kooperation der Gesamtschule Mittelkreis mit dem Schiedsrichter-Ausschuss des Kreises Kleve-Geldern gewährleistet eine professionelle Begleitung der Ausbildung durch den Fußballverband Niederrhein. Nach erfolgreichem Bestehen des Ergänzungskurses unterziehen sich die Schüler einer ordentlichen Anwärterprüfung und werden danach auch als Unparteiische bei Spielen im Kreisgebiet eingesetzt.
40 neue Jung-Schiedsrichter wurden seit Beginn ausgebildet. „Nicht alle bleiben dabei“, erzählt Edwin Zaschka, der selbst auch ausgebildeter Fußball-Schiedsrichter ist. Aber: „Das eine oder andere Talent haben wir schon entdecken können“, freut sich der zuständige Schiedsrichter-Obmann Andreas Mohn über die Ausbildung an der Schule.
Viele der neu ausgebildeten Schiedsrichter konnte Edwin Zaschka zudem an Vereine vermitteln, in denen sie als Unparteiische aktiv sind: „Dort sind sie ebenfalls gut aufgehoben und auch von der Straße, wenn sie sich im Verein einleben!“ Womit der engagierte Sportlehrer auch auf die soziale Bedeutung des Projekts hinweist. Zaschka sieht auch in der Persönlichkeitsentwicklung seiner Schüler durch das Am des Schiedsrichters einen weiteren Pluspunkt der Ausbildung: „Durch diese Tätigkeit werden die Jugendlichen befähigt, sich unter Berücksichtigung von Fairness, Toleranz und Partnerschaftlichkeit in Regelstrukturen zu bewähren.“ So sieht es auch Selina, die sich dafür einsetzen möchte, „dass die Spiele fair ablaufen“.
Nach 90 Minuten Fußballregelkunde beendet das Klingeln der Schulglocke für heute den Ergänzungskurs Jugend-Schiedsrichter- Ausbildung in der Gocher Gesamtschule. Florian hat es wieder Spaß gemacht: „Ich habe einiges gelernt, das ich als aktiver Spieler bisher nicht wusste.“ Bis er und die anderen Schüler ihren Schiedsrichter- Ausweis in Händen halten können, liegen noch einige Unterrichtseinheiten vor ihnen. Aber sie mögen diesen Unterricht und brennen darauf, bei ihren ersten Spielleitungen Verantwortung zu übernehmen.
Die Zusammenarbeit von Schule und Fußballverband, die auch in anderen Gegenden unseres Landes ausprobiert wird, läuft in Goch vorbildlich ab. Wer an detaillierten Informationen interessiert ist, wendet sich am besten per E-Mail an Verwaltung@ge-mittelkreis.de. Edwin Zaschka freut sich darauf, seine Erfahrungen weitergeben zu können.Auch regional schätzt die Öffentlichkeit die Schiedsrichter der Gesamtschule:
In: http://www.antenneniederrhein.de/aktuell/o-toene/index.html
Seit dem Selbstmordversuch von Bundesligaschiedsrichter Babak Rafati im November 2011 geht die Diskussion über den Druck, dem die Schiedsrichter immer wieder ausgesetzt sind, weiter. Davon lassen Jugendliche an der Gesamtschule Mittelkreis in Goch nicht abschrecken. Dort gibt es sogar eine AG für Schiedsrichter.





